28. Juli 2015

Von der Einsamkeit in einer riesigen Bloggerwelt...

... oder: Wieso es hier wahrscheinlich erst einmal keinen Buchcontent mehr geben wird! (Der Blog wird trotzdem weiter so heißen, weil ich keine Lust habe, ihn zu ändern...)

Und auf dieses "Wieso" möchte ich hier eingehen. Es sind gar keine großen Gründe, sondern sehr viele kleine, die sich angesammelt haben. Die florierende Blumenwiese voller Posts ist schon lange Vergangenheit und hier herrscht eher Ödland und ich habe einfach für mich festgestellt, dass sich das wahrscheinlich nicht mehr ändern wird. Zumindest nicht in der nächsten Zeit und damit meine ich nicht die nächsten Monate, sondern die nächsten Jahre.

Ich werde meinen Blog nicht schließen, weil er für mich die einzige Möglichkeit ist, zwischendurch ein paar andere Posts zu schreiben, die nichts mit Büchern zu tun haben. So will ich schon seit Ewigkeiten einen Post über Puzzle schreiben, schaffe es aber nicht ihn zu beenden, weil mir gerade die Zeit fehlt. Und einen neuen Blog werde und will ich mir nicht machen. Und ich habe keine Zeit, dass Design etc. zu ändern. Und auch nicht das nötige Know-How.

Aber nun zu den Gründen:

1) Rezensionen: 
 
Ich lese immer noch gerne und ich schreibe auch immer noch gerne Rezensionen. Wer mir bei Goodreads (GR) folgt, weiß, dass es in unregelmäßigen Abständen auch längere Rezensionen gibt. Ich hatte schon SO lange vor, diese ganzen Rezensionen auch hier zu veröffentlichen. Es haben sich wirklich viele angesammelt, aber ich konnte mich dazu einfach nicht motivieren. Und wieso? 

Erstens: Ich schreibe Rezensionen in erster Linie für mich, weil ich zu schnell vergesse, was ich an einem Buch gut oder schlecht fand. Und Rezensionen mir helfen mich zu erinnern. Dafür muss ich sie nicht hier veröffentlichen. Und bei GR ist es schlichtweg einfacher für mich. Egal, ob kurze Rezension oder lange Rezension, ich muss mir keine Gedanken über Cover (und das rechtliche) oder die Metadaten machen, sondern kann einfach nur vor mich hin schreiben. Manchmal sind es auch nur halbe Rezensionen, die ich später beende. Ich habe eine einfache Plattform, um meine Rezensionen zu schreiben und habe dort gleich den Kontakt zu anderen Lesern. Für mich war mein Blog immer eine Plattform meine Rezensionen zu veröffentlichen und mich mit anderen auszutauschen. Erst war es Lovelybooks, dann der Blog und jetzt scheinbar GR. (Und irgendwann wird es eine andere Plattform sein... oder vielleicht irgendwann auch gar keine mehr).
Und die Interaktion mit Anderen ist dann auch der zweite Grund. Ich veröffentliche meinen Rezensionen, weil sie vielleicht eine einzige Person dort draußen hilfreich findet. Viele finden sie vielleicht zu lange, zu detailliert, nicht gut begründet. Alles egal, es freut mich, wenn es eine einzige Rezension von mir gibt, für die sich eine andere Person interessiert und die ihr hilft. Und dafür muss ich sie nicht hier veröffentlichen. Bei Amazon und GR erreiche ich viel mehr Leute als hier auf diesem ausgedörrten Blog. Wieso also die Mühe machen alles zu formatieren, noch einmal neu Korrektur zu lesen? Ja, ich bin einer der bösen Rezensenten, der seine Rezensionen bei GR nicht zig Mal Korrektur liest und dort großen, unprofessionellen Mist veröffentlicht. Ist mir aber egal. :-D Hier verirrt sich kaum einer her, der nicht vorher einfacher bei Amazon oder GR nach einer Rezension suchen konnte bzw. nach einer Meinung zu einem bestimmten Buch. Ich bin auch so jemand. Ich suche bei GR nach neuen Empfehlungen und lese dort die Rezensionen, bzw. schaue, ob jemand ein Buch gelesen hat. Oder manchmal auch bei Amazon. Ich suche aber nicht nach Blogs oder durchsuche Blogs nach möglichen Rezensionen.
Natürlich habe ich hier einen Vorteil: Eine deutlich geringere Zensur als bei GR oder Amazon. Theoretisch bin ich hier etwas freier, auch wenn Google meinen Blog trotzdem sperren könnte. Und natürlich bin ich darauf angewiesen, dass mein GR Konto nicht gelöscht wird oder GR. Dann wären alle meine dort gespeicherten Informationen verloren. Wann ich ein Buch gekauft habe. Wann ich es gelesen habe. Wie ich es fand. Und vieles andere. Hier wäre es sicherer, aber eben auch nicht komplett. Nicht, dass so etwas handschriftlich bei mir Zuhause viel sicherer wäre. Hausbrand? Alles weg. Nicht nur die Bücher, sondern auch alle Informationen über was und wann. Und so. Tja, und deshalb gibt es hier einfach keine Bücherrezensionen mehr. Leider lohnt sich für mich der Aufwand nicht und daher fehlt mit dir Motivation.

2) Anderer Buchcontent

Natürlich gibt es auch noch anderen Buchcontent, mit dem man einen Blog füllen kann. Jedes neue Buch, ein neuer Beitrag. Jede neue Verlagsvorschau, ein neuer Beitrag. Ich verurteile so etwas nicht, ich lese so etwas auch, WENN nicht nur ein Cover und Klappentext abgebildet sind, aber ich selber habe daran einfach nicht mehr so ein Interesse. Natürlich kaufe ich ab und zu, mal mehr oder weniger Bücher. Aber ich habe nichts davon, zu schreiben, wieso ich mir ein Buch gekauft habe oder das ganze noch einmal detailliert aufzulisten. Ich habe eine Liste bei GR und zur Zeit auch noch hier, weil ich gerne wissen will, was ich wann gekauft habe. So als kleinen Überblick. Aber was soll ich sonst dazu sagen. "Buch XY hat mich interessiert, deshalb habe ich es gekauft" und das war's. Es kommt dann in mein Regal und wird gelesen, wenn es gelesen wird. Manches wird vergessen und manches nicht. Meistens weiß ich, was ich gelesen habe und was nicht, selten bei oftmals abgebrochenen Büchern, weiß ich es nicht. Ich weiß ungefähr, wann ich ein Buch gekauft habe und wieso. Weil sie mich interessierten, was sonst. ;-) Also sind Neuzugänge-Posts für mich einfach nicht mehr interessant genug. Sie waren ohnehin eher eine Service-Leistung für mich, weil diese Posts eben am meisten gelesen werden.
Dann gibt es ja auch die allgemeinen Monatsend-Posts. Auch mit gelesenen Büchern. Klar, zu jedem Buch eine Kurzmeinung abgeben ist schon etwas nettes. Aber ich kann mich nicht kurzfassen. Wenn, dann will ich eine Rezension schreiben und für den Rest hilft schon etwas die Bewertung. Mehr sind Kurzmeinungen auch nicht. Man sagt kurz, ob man ein Buch mag, aber viel begründen und erklären kann man nicht, wenn man nur zwei oder drei Sätze schreibt, weil man sich kurzhalten muss. :-D 
Kurz: Mir bringen diese Posts keinen großartigen Mehrwert und ich bin ehrlich, ich finde sie anstrengend zu schreiben, besonders, wenn man viel gelesen hat oder gekauft. Es macht mir einfach keinen Spaß so viel zu schreiben, wenn es mir persönlich nichts bringt. Dagegen mache ich solche Videos viel lieber. Weil ich lieber rede als schreibe. Und ich rede viel. Und gerne. Auch über Bücher. XD Also wird es darartige Posts hier auch nicht mehr geben.

3) Interaktion mit Anderen

Das ist vielleicht ein sehr wichtiger Punkt und er hat auch besonders die beiden oberen Punkte beeinflusst. Und der Posttitel nimmt es Vorweg. Mir geht es sehr viel um Kontakt zu anderen. Teilweise habe ich mir mein Problem selber geschaffen, teilweise kann ich es aber auch schlichtweg nicht ändern. Es ist eine etwas komplexere Angelegenheit zu erklären, wieso mir an meinem Blog nicht mehr viel liegt. Wieso er mir nichts bringt.
Natürlich habe ich teilweise wenig Zeit bei anderen zu kommentieren und bin daher selber nicht mehr so viel in Interaktion mit anderen. Aber ich kann, unabhängig von meinem Blog, immer wieder neuanfangen, bei anderen zu kommentieren, bei GR mit anderen in Kontakt zu treten. Ich könnte neu mit meinem Blog anfangen, aber das ist aus vielen Gründen schwieriger. Für Interaktionen mit anderen brauche ich meinen Blog nicht. Und damit hier Interaktion stattfindet, muss ich mindestens regelmäßig posten. Aber reicht das? Ich denke nicht. Es würde nichts ändern, wenn ich hier viele Rezensionen und Neuzugängeposts veröffentlichen würde. Etwas mehr Leute, würden meinen Blog lesen, aber es gibt schlichtweg EIN großes Problem. Ich wäre trotzallem einsam in dieser großen (deutschen) Bloggerwelt. Ich fühle mich nicht mehr als Teil von mir. Teilweise bin ich selber Schuld. Ich habe den Anschluss verpasst. Keine neuen Blogs gesucht und deshalb auch nicht gefunden. Aber wenn ich gesucht habe, fiel mir immer wieder eine Sache auf: Die meisten anderen Blogs passten nicht zu mir. Ich bin älter geworden, ich lese nur noch sehr wenig Jugendbücher. Aber ich lese auch keine Literaturnobelpreisträger. Ich lese einfache Unterhaltsungslitertatur und das auf Englisch. Wenn ich andere Blogs gefunden habe, fühlte ich mich zu alt für die ganzen Jugendbücher. Zu alt für die meisten Blogger, die entweder deutlich jünger waren als ich oder älter waren, aber trotzdem irgendwie hauptsächlich jüngere Leser angesprochen haben. Und wenn ich andere Blogs gefunden habe, haben die meistens Bücher gelesen, die mich gar nicht interessierten. Da waren die Blogs voll mit anspruchsvoller Literatur, die mich persönlich immer noch abschreckt. Vielleicht gibt es dort draußen auch ein paar Blogs, die mich reizen würden, aber lohnt es sich danach zu suchen? Würde ich Menschen, die ähnliches lesen, nicht einfacher woanders finden, z.B. bei GR? Und deshalb habe ich keine Motivation mehr für meinen Blog. Weil ich das Gefühl habe, dass es auch nichts bringen würde, wenn ich lange suchen und viel posten würde. Ich glaube ich bin einfach nicht mehr Teil der großen Bloggerwelt und will es auch nicht sein. Zu viel Drama. Schon damals. Es hat sich daran nichts geändert, von wegen damals war alles besser. Es war höchstens anders, aber Konkurrenzkämpfe etc. gab es schon immer. Aber ich bin inzwischen zu alt, um mich damit befassen zu wollen. Auch wenn es oft die Erwachsenen sind, die diese Kindergartenkacke anzetteln, und nicht immer die jüngeren Blogger. (War damals auch schon so.) Und für die kleinen Interaktionen brauche ich nicht dringend einen Blog. Ich schließe ihn nur deshalb nicht, weil ich ihn schon so lange hatte und durchaus manchmal etwas nicht buchiges posten will und ich die Möglichkeit haben möchte, das auch zu tun. Dafür bringt mir Amazon nichts oder GR oder die Möglichkeit bei anderen zu kommentieren.
Und es gibt eine weitere Sache: Ich kann ohne Probleme Blogs lesen, die nur Übersetzungen lesen, z.B. weil sie einfach nicht so gut Englisch können. Aber selbst wenn ich einen Blog finden würde, der genau meine Genres liebt, z.B. Historical Romances, diese aber nur auf Deutsch liest, würde kein richtiger Austausch stattfinden können. Zu jeder Übersetzung gibt es ein Original und bei vielen Romances ist das nun einmal Englisch. Aber nicht zu jedem Original gibt es eine Übersetzung. Jemand, der mit Englisch nicht viel anfangen  kann, bringen englische Klappentexte nichts, englische Rezensionen ebenso wenig. Es ist kein Problem, wenn jemand nur keine Lust auf die Originale hat, aber ansonsten kein Problem mit der englischen Sprache hat, aber es gibt eben auch viele, die mit Englisch nichts anfangen können. Und deshalb lese ich fast nur noch Blogs, die auch englische Bücher lesen und besprechen. Aber das sind besonders in meinen Lieblingsgenres fast keine.

Ich lese im übrigen immer noch meine Lieblingsblogs von "früher". Aus meiner Anfangszeit. Mit wem ich auf Twitter regelmäßig interagiere kann sich sicher sein, dass ich seinen Blog lese. :-) Und natürlich lese ich auch noch ein paar Blogs von Leuten, die nicht auf Twitter aktiv sind. Aber es sind nicht viele und es kommen eigentlich keine neuen dazu. Ich merke nur, dass mit der Zeit auch andere mir sehr ans Herz gewachsene Blogger verschwunden sind. 

Tja, dass ist eine kurze Erklärung von mir, wieso mein Blog so vernachlässigt wird. Und auch wenn ich lange Zeit dachte, dass etwas mehr Zeit etwas ändern würde, habe ich jetzt einfach festgestellt, dass auch mehr Zeit nichts ändern wird. Weil es nicht die fehlende Zeit ist, sondern andere Gründe, die dafür sorgen, dass ich keine Rezensionen etc. mehr veröffentliche. Wer nicht nur an Buchcontent interessiert ist, kann mich wenn er will, trotzdem weiter verfolgen. Manchmal kommt eben auch was anderes. ;-) So jetzt ist es raus und ich habe keinen Druck mehr, hier was buchmäßiges zur veröffentlichen. Kein Druck von Außen, sondern von mir aus.

16. Juli 2015

Harz - Urlaub (Teil 3)

Der letzte und dritte Teil meines "kleinen" Reiseberichts!


Mittwoch


Den Mittwoch haben wir ruhig angehen lassen, man sollte sich ja im Urlaub nicht immer nur hetzen. Da wir spät dran waren, haben wir nicht einen weiteren HarzCard-Tag eingelegt, sondern ein paar andere Sachen gemacht.

Zu Beginn sind wir in die Herrmannshöhle gefahren. Eine Tropfsteinhöhle, die durch Grottenolme und Kristallkammer überzeugen will und meistens bestimmt auch kann. Nur wir haben leider einen schlechten Termin erwischt. Sie ist übrigens im Gegensatz zur Baumannshöhle nicht in der HarzCard enthalten, außer die Baumannshöhle ist geschlossen. Die 8€ haben wir aber gerne ausgegeben, auch wenn wir am Ende etwas enttäuscht waren.
Haus unterhalb vom Schloss
Von den Grottenolmen hat man logischerweise nichts gesehen, aber der See war ganz interessant und die Information, dass man kürzlich erfahren hat, dass es dort doch weibliche Grottenolme gibt, für Grottenolmliebhaber auch. Die Kristallkammer war auch ganz nett und die Führerin Höhlenforscherin und das hat man auch bemerkt. Sie ist sehr ins Detail gegangen und man hat ihr angehört, dass das ihre große Leidenschaft ist. Das Problem war, dass mich die Details wirklich interessiert haben, wir jedoch an eine Schulklasse angehängt wurden und sich die Führung NUR an die Schulklasse gerichtet hat. Die anderen Kinder und Teilnehmer wurden überhaupt nicht angesprochen. Man hat fast keine Chance bekommen Fragen zu stellen, das Niveau war auf Schulklassenniveau ("Was passiert wenn Wasser kalt wird?") und dadurch das die Gruppe recht groß war und scheinbar nur die Schulklasse interessant bzw. im Fokus der Führung, wurde oft schon das Licht in bestimmten Gebieten ausgemacht, bevor wir überhaupt einen kleinen Blick auf Flussläufe, Kristalle etc. erhaschen konnten. Das war sehr frustrierend. Ich hätte es besser gefunden, wenn man die Gruppen getrennt hätte. Einmal Schulklasse und einmal die Menge an Kleingruppen, mit Erwachsenen und Kindern alle Altersklassen. So hatten wir wenig von der Höhle, wenn man das Glück hatte überhaupt etwas zu verstehen, meist war sie fertig mit erzählen bis die anderen Teilnehmer da waren, war es halt sehr auf die Schulklasse zu geschnitten. Ansonsten ist die Höhle bestimmt toll, aber für uns hat es sich leider wenig gelohnt.

Ruine eines alten Herrenhauses
Danach sind wir doch noch einmal nach Blankenburg gefahren, leider war das Schloss schon geschlossen bis wir da waren. Irgendwie hatten wir was das angeht einfach kein Glück. Aber wenigstens konnten wir zum Cafe Benz, es war zwar nicht so schön, wie früher, aber der Kuchen war trotzdem lecker. Ich hatte eine Stachelbeer-Baiser-Torte und mein Freund einen großen Windbeutel. An dem Tag haben wir dann auch ein paar mehr Fotos gemacht und ein altes fast komplett zerstörtes Herrenhaus unter dem Schloss gefunden, was früher einfach toll ausgesehen haben muss. Leider wurde es vor etlichen Jahren durch ein Feuer zerstört, woran ich mich noch vage erinnern konnte. Aber es ist schon traurig, wenn so alte schöne Häuser dem Verfall preisgegeben werden!

Im weiteren Tagesverlauf haben wir dann nicht mehr viel gemacht.

Donnerstag


Regenstein
Am Donnerstag haben wir endlich die Baumannshöhle in Rübeland besucht. Nach der kleinen Enttäuschung in der Herrmannshöhle hatten wir hier wirklich Glück. Wir waren wieder nur zu Zweit und haben so auch endlich mehr Fragen stellen können. Bis auf die Herrmannshöhle hatten wir bei fast allen Führungen auch immer sehr kleine Gruppen, was wohl daran lag, dass wir außerhalb der Ferienzeit im Harz waren. Nicht dass ich das schlimm fand, im Gegenteil, es war sehr angenehm. Die Baumannshöhle hat im Vergleich zur Herrmannshöhle den großen Goethesaal und größere Tropfsteine zu bieten, da die Entstehungsarten sehr unterschiedlich sind, kann man sich auch ohne Probleme beide Höhlen anschauen, ohne, dass man sich langweilt. Die Führerin war offensichtlich keine Höhlenforscherin, konnte aber trotzdem fast alle Fragen beantworten. Sie ist auch der Meinung, dass die meisten Besucher keine großen Details interessieren und sie die deshalb mehr oder weniger auslässt. Womit sie wahrscheinlich auch recht hat, nur ich mag Details... Ich bin halt Naturwissenschaftlerin und finde, dass es niemals zu wenig Informationen geben kann. Ich finde die 8€ sind ziemlich gut angelegt!
Regenstein

Danach sind wir nach Blankenburg gefahren, um uns die Burgruine Regenstein anzuschauen. Und Ruine trifft es mehr als gut. ;-) Viel zu erkennen ist von der ehemaligen Burg nämlich nicht mehr. Ich fand es trotzdem toll, die Aussicht war super und das Gelände ist letztendlich größer als erwartet. Ich empfehle allen, die Führung am Mittwoch um 13:45 zu nutzen, die wir leider verpasst haben, denn ohne Führung bekommt man so gut wie keine Informationen. Es gibt Schilder mit Buchstaben und Nummern, aber KEINE Informationsschilder. Man weiß schlichtweg nicht, was man den nun vor sich sieht. Es ist etwas da, aber man bekommt keine Hinweise, was ich sehr schade fand. Und man sollte wissen, dass man ziemlich viel Fels, aber wenig Burg zu sehen bekommt. Ich fand es trotzdem interessant, die Sandhöhlen aber wir aber ausgelassen, da es schon sehr spät war. Die sollen wohl ganz sehenswert sein, aber auf Bildern sieht es nicht besonders spektakulär aus.

Freitag


Wir hatten einen wirklich heißen Tag während unseres Urlaubs und das war der Freitag. Wir fanden es aber wirklich nicht schade, dass die Tage vorher trocken, aber eben nicht super heiß waren. Irgendwie sind knapp 30°C dann doch ziemlich viel, wenn man nicht einfach nur schlapp in der Gegend rumliegen möchte, sondern noch etwas erleben will. Auch der plötzliche Temperaturunterschied kam etwas plötzlich.

Roeder-Stollen
Wir sind an dem Tag nach Goslar gefahren, um uns Rammelsberg und die Kaiserpfalz anzuschauen. Zu Beginn sind wir nach Rammelsberg und haben die Roeder-Führung im Rahmen der HarzCard gebucht. Man hätte auch eine andere Führung wählen können, die Grubenbahn-Führung klang auch interessant, im Gegensatz zu der Führung über Tage in die Aufbereitungsanlagen, die man teilweise im Rahmen des Museums anschauen konnte. Wir haben so 13€ bzw. 9,50€ sparen können, was sich wirklich gelohnt hat. Die Führung war gut und wir waren auch nur 5 Leute, was die Führung sehr entspannt gemacht hat. Die Führerin war eindeutig keine ehemalige Bergfrau, aber trotzdem recht kompetent. Insgesamt fand ich die Führung gut, die in "Drei Kronen & Ehrt" war allerdings noch besser. Danach sind wir in die Museumsräume auf dem Rammelsberggelände gegangen, die im Eintrittspreis enthalten sind. Ich rate davon ab, sie separat ohne Führung zu buchen, denn die Museumsräume waren großteils sehr langweilig. Ich weiß nicht, ob es einen extra Audioguide gab, aber so waren es zwar viele Ausstellungsstücke, aber wenig zusätzliche Informationen. Man ging durch und das war es. Ich hätte wirklich gerne mehr über Zwangsarbeiter erfahren oder wie die Bergarbeiter wirklich früher gearbeitet haben. So war es ein Querschnitt durch alles mögliche. Wer so etwas mag, wird bestimmt seinen Spaß daran haben, wir fanden es nur manchmal etwas arg merkwürdig und verwirrend zusammengestellt.
Roeder-Stollen

Danach sind wir zur Kaiserpfalz. Auch hier kann man mit 7,50€ ziemlich viel mit der HarzCard sparen. Man sollte sich vorher bewusst sein, dass die Kaiserpfalz nur mit Führungen sinnvoll ist, die auch im Eintrittspreis inbegriffen sind. Die kleine Kapelle und die Vorräume kann man sich so anschauen, aber der Hauptsaal besteht aus 60+ Gemälden, die man ohne Hintergrundwissen anschauen kann, aber nicht wirklich versteht. Da hat uns die Führung RICHTIG gut gefallen. Der Vortragende war eindeutig ein begeisterter Kunsthistoriker und hat uns 50 Min. etwas zum Hintergrund ein paar der Gemälde erzählt. Ich hätte ihm stundenlang zuhören können, so ging es auch meinem Freund. Am Anfang wurde schon erwähnt, dass man über 5h in dem Saal verbringen kann und das hätten wir auch zu gerne miterlebt. Ich bin allgemein ein Fan dieser Zeitepoche und fand das alles super interessant. Auch durch den Enthusiasmus des Vortragenden! Wir waren relativ wenig und leider haben sich ein paar Leute gedacht, dass man nicht leise sein muss, während andere Leute dem Führer zu hören. Wieso muss man als Erwachsener schreiend und lärmend durch den Saal laufen und sich dann in die Nähe hinsetzen und laut quatschen? Es gab einen Vorraum, wieso nicht dort? Es hat mich zumindest total geärgert, dass manche Leute einfach keine Rücksicht nehmen. Wir wurden auch auf eine kommentierte Videovorführung im Keller hingewiesen, den wir an sich ziemlich langweilig fanden und haben erst beim rausgehen kapiert, dass eine kommentierte Videovorführung kein Video ist, sondern ein Video mit einer Person, die etwas vorträgt. So sind wir an dieser Führung vorbeigegangen, weil wir nicht wussten, dass die Führung für alle öffentlich war. Ich dachte, es wäre eine Spezialführung und wollte mich nicht dazusetzen. Naja, dumm gelaufen. Aber an sich ist die Kaiserpfalz wirklich schön, wenn man so etwas mag, ohne Führung lohnt es sich aber nicht, außer man hat super viel wissen über Barbarossa und so.

Dann sind wir auf Grund von der Hitze wieder zurück nach Wernigerode und sind zum Abschluss unseres Urlaubs Essen gegangen. Wir waren im Altwernigeröder Kartoffelhaus. Das Essen war gut, aber nicht super toll, ich kann das Restaurant eingeschränkt weiterempfehlen. Für den Preis bekommt man sicherlich besseres Essen und hat dann kein Haar im Salat. ;-) Ich bin aber auch etwas verwöhnt, weil ich einige sehr gute und nicht überteure Restaurants kenne.

Samstag


An unserem Abreisetag haben wir nicht mehr viel gemacht, da es zwischendurch immer wieder geregnet hat, haben wir die angedachte Führung durch das Große Schloss in Blankenburg doch nicht mehr gemacht. Wir wollten einfach nicht mehrere Stunden warten. Zur Not fahren wir einfach mal nach Blankenburg, wenn wir in Hannover sind. Dadurch das wir aber so früh losgefahren sind, konnten wir kurz in Hannover stoppen und in Greifswald dann auch noch einkaufen. Aber am Abreisetag mit einem vollen Auto hat man auch wirklich wenig Lust noch viel zu machen.



12. Juli 2015

Harz - Urlaub (Teil 2)

Es folgt der zweites Teil eines längeren Berichts über meinen ersten Urlaub seit Jahren, der in meine Heimat ging.

Montag


Rappbodetalsperre
Der Montag war leider ein etwas "verlorener" Tag. Wir wollten eigentlich ein paar Sachen in Blankenburg sehen und der Tag fing auch wie geplant an. Wir sind über Elbingerode zur Rappbodetalsperre gefahren, ein Umweg, aber über Elbingerode ist eindeutig die schönere Strecke von Wernigerode nach Blankenburg und mein Freund hatte großen Spaß durch die Berge zu fahren. ;-) Die Rappbodetalsperre ist zwar ziemlich groß, aber auch ebenso langweilig. Da gefällt mir die Talsperre in Wendefurth um die Ecke deutlich besser, nur das wie die nicht in diesem Urlaub gesehen haben. Aber da kann man einfach mehr machen, z.B. mit dem Ruderboot fahren. Aber wenn man ohnehin die Strecke fährt, kann man auch den kleinen Umweg zur Rappbodetalsperre fahren, muss man aber eben nicht.

Danach sind wir über Treseburg nach Blankenburg gefahren, die Strecke ist ziemlich kurvig und eng und hat meinen Freund an seine bergige Heimat erinnert. Wenn man hier aus dem Norden nur lange gerade Strecken kennt ist es wirklich eine schöne Abwechslung. Die Bundesstraße nach Blankenburg von Wendefurth aus fährt sich aber auch sehr schön, ist wahrscheinlich sogar gefährlicher, weil mehr befahren, auch wenn die Straße deutlich breiter ist.

Park in Blankenburg
Wir sind dann durch mein Heimatdorf gefahren, haben sogar das ehemalige (Groß-)Elternhaus meiner Mutter gesehen und sind dann nach Blankenburg. Und jetzt eine Warnung an alle, die tatsächlich mal nach Blankenburg wollen. Fahrt NICHT an einem Montag nach Blankenburg, so gut wie ALLES, hat an dem Tag Ruhetag. (Meine Eltern haben mir das später auch bestätigt, dass sie Montags auch schon Schwierigkeiten hatten etwas zum Essen zu finden. Und ich hatte vorher beim Cafe auf der Homepage nach geschaut, weil ich mir fast dachte, dass Montag Ruhetag ist, aber es gab natürlich keine Öffnungszeiten auf der Homepage!) Ich wollte eigentlich zu einem Cafe, das ich oft mit meinen Großeltern und Eltern besucht habe, aber das hatte Ruhetag. Ein anderes natürlich auch. Und ansonsten ist in Blankenburg auch nicht viel, wir haben schlichtweg nichts zum Essen gefunden und sind dann am Ende frustriert zu McDonald's. Und McDonald's hatte unglaublicherweise sogar am Montag geöffnet, wir hatten fast nicht mehr damit gerechnet. Natürlich war auch das Große Schloss nicht geöffnet (Führungen gibt es leider nur Samstags ab 14 Uhr, sodass wir das in diesem Urlaub leider nicht geschafft haben), sodass wir uns etwas den Park und Barockpark runter zum Kleinen Schloss angeschaut haben. Das ist alles ganz schön gemacht, aber der Weg zurück zum Schloss war SO steil, es war unglaublich. Wir haben beide schrecklich geflucht, weil der Weg runter ziemlich schnell ging (man ist mehr gelaufen als gegangen), aber dafür werden die Gelenke beim Weg wieder hinaus ziemlich strapaziert. Ich habe keine Ahnung, wie ich den Weg früher mit meinen Großeltern ohne Probleme laufen konnte. Wir sind dort dauernd gewandert und wir alle haben damals bestimmt nicht so gejammert, wie mein Freund und ich. XD

Tja, und nachdem in Blankenburg nichts geöffnet hatte, sind wir wieder zurück nach Wernigerode und haben uns einen Döner gegönnt, der früher leider auch besser war. In diesem Fall hat scheinbar der Inhaber gewechselt und damit auch die Qualität abgenommen. Der Döner von unserem Dönerladen des Vertrauens hier ist eindeutig besser!

Dienstag


Der Dienstag war deutlich besser ausgenutzt als der Montag. Es war für uns der zweite der "HarzCard"-Tage und daher wollten wir auch so viel wie möglich herausholen.

Zu Beginn wollten wir mit der Bimmelbahn zum Schloss Wernigerode fahren. Normalerweise würde ich dafür nicht 3€ bzw. Hin und Zurück 5€ ausgeben. Aber da es in der HarzCard enthalten ist, haben wir uns gedacht: Wieso nicht? Und vielleicht lohnt sich die Fahrt auch, für uns hat sie sich aber ÜBERHAUPT nicht rentiert und hätten wir dafür bezahlt, hätten wir definitiv unser Geld zurückverlangt. Die anderen Fahrgäste waren zumindest ziemlich unzufrieden. Denn es war so, dass an diesem Tag nur jede zweite Tour mit der Schlossbahn war und die restlichen mit einem Kleinbus. Klar, man konnte sich selber entscheiden, ob man einfach eine halbe Stunde länger wartet, aber das wäre schon eine ziemlich lange Wartezeit gewesen und so haben wir uns wie einige andere für den Kleinbus entschieden. Ein Fehler, wirklich ein Fehler. Solltet ihr in Wernigerode sein, macht es nicht! Aber wäre es nur das gewesen, wäre es nicht so schlimm. Doch es war so, dass der Kleinbus 20 Min. Verspätung hatte (nicht seine Schuld und auch nicht so tragisch) und deshalb, die Strecke zum Schloss hochgerast ist. Die Schlossbahn kann max. 25 km/h fahren, so bekommt man auch etwas von der Umgebung mit und die Moderation der Tour besteht nicht nur aus "Da drüben ist xy, oh schon vorbeigefahren", weil der Fahrer die Zeit aufholen will und mit 50 km/h die Strecke hochdüst. Ich fand das definitiv nicht in Ordnung, besonders wenn man den vollen Preis bezahlt hat. Wir konnten wenigstens sagen, dass wir uns den Fußweg gespart haben, aber lohnenswert war es nicht. Runter ging es für uns dann übrigens auch mit dem Kleinbus, aber wir haben uns ein eine Sondertour reingequetscht, der Fahrer wusste ja, dass wir bezahlt haben, und hat uns deshalb mit runtergenommen. Die Tour war eine andere als normal und nicht moderiert, aber das war uns egal. Wir wollten so schnell wie möglich nach unten und dass die Moderation nichts taugt wussten wir ja schon. ;-)

Wernigeröder Schloss
Das Schloss Wernigerode war dann definitiv eine Highlight unseres Urlaubs. Auch ohne die HarzCard hätten sich die 6€ bzw. 5€ Eintritt auf jeden Fall gelohnt! Fotos gibt es keine, da man im Schloss nicht Fotografieren darf. Allerdings lohnt es sich wahrscheinlich im Rahmen einen Führung mehr, da es sehr wenig Beschilderungen und Informationen gab, sodass man nur Rumgehen konnte und sich die renovierten und sehr schönen Räume anschauen konnte. Wer mehr Informationen mag, wird etwas enttäuscht werden. Wir haben es auch verpasst einen Audioguide zu leihen, was wohl ein kleiner Fehler war. Aber man hat uns nicht darauf hingewiesen und wir wussten schlichtweg nicht, dass es so etwas gibt. 
Als Ausgleich haben wir uns dann spontan für die Turm/Gewölbeführung für 2€ entschieden. Nun ja, wir beide fanden, dass der Preis komplett überzogen ist und der Name Führung ebenfalls. Besonders blöd fanden wir es, dass man sich bevor man das Schloss betritt entscheiden muss, ob man an der Führung teilnehmen will. Wir hatten uns erst dagegen entschieden, weil wir nicht wussten, ob wir in 1h das komplette Schloss schaffen und wir eben keine 1h auf die Führung warten wollten. Als wir uns dann doch umentschieden hatten, mussten wir das Schloss verlassen, die Führung bezahlen und uns dann dumm anschauen lassen bzw. dumme Kommentare anhören, von wegen "Weil wir heute so gut drauf sind" blablabla, dass wir 10 Min. vor Führungsbeginn noch eine Karte bekommen. WTF, 10 Min. vor Führungsbeginn ist doch nicht "kurzfristig"??? Naja, aber wenigstens durften wir durch den Ausgang dann wieder ins Schloss, noch einmal hätte ich für diese blöde Führung keinen Eintritt bezahlt. Um zur "tollen" Führung zu kommen. Ja, sie ging 300+ Stufen den Turm hinauf, allerdings ohne irgendeinen Kommentar der Führerin, ebenso hat sie zur Turmuhr, von der man nicht viel sehen konnte, nichts gesagt. So etwas verstehe ich nicht als Führung. Wenn man ein bisschen bessere Fotos vom Turm aus machen will, mag das okay sein, ich fand es aber mehr als nur Schade. Und die Gewölbetour war ein Witz. Hier hat sie ein paar Minuten lang tatsächlich etwas historisches erzählt (yeah!), aber die Gewölbetour bestand aus zwei popeligen Kohlekellern, in der eine Miniatur von Wernigerode stand, die mich zumindest gar nicht interessiert hat. Kurz: Zu wenig Führung,  zu wenig Gewölbe.
Das mag jetzt etwas negativ klingen, aber das Schloss und die Umgebung ist wirklich richtig schön!

Kuchen
Danach haben wir in der Innenstadt im Cafe Wiecker Kuchen gekauft. Und er ist genauso lecker gewesen wie ich ihn in Erinnerung habe. Wirklich empfehlenswert! Und da der Kuchen zum mitnehmen deutlich günstiger ist als im Cafe, haben wir ihn mitgenommen und in unserer Ferienwohnung gegessen. Ich hatte eine Schwarzwälder Kirschtorte und eine Lübecker Marzipan-Nuss-Torte. Mein Freund eine Heidelbeer-Sahne-Torte und eine Trüffel-Schokoladen-Torte (mit Buttercreme). Letztere konnte uns nicht so überzeugen, weil wir halt nicht so Buttercreme-Fans sind. Aber das liegt ja nicht am Bäcker, sondern an uns. Aber der Kuchen konnte uns komplett überzeugen. :-D

Danach sind wir nach Elbingerode zum Schaubergwerk Drei Kronen & Ehrt gefahren. Ich liebe Bergwerke und die Tour war definitiv ein weiteres Highlight. Wir waren nur zu zweit, was auf der einen Seite schade ist, weil das Bergwerk mehr Besucher verdient hat (es waren häufig nur 2-3 Leute an dem Tag, also keine Sorge haben, weil auf der Seite steht, dass es min. 4 Leute sein müssen), aber auch super, weil die Führung besser war als wenn wir eine große Gruppe gewesen wären. Das Bergwerk schließt leider nach dem 31. Oktober 2015 (aus Kostengründen etc.), wer als im Harz Urlaub macht, sollte die letzte Chance nutzen, das ehemalige Schwefelkiesbergwerk zu besuchen. Man fährt mit der Grubenbahn und unserer Führer war ein ehemaliger Bergmann, wahrscheinlich auch in eben diesem Bergwerk, was die Führung wirklich gut gemacht hat. Man hat einfach gemerkt, dass unserer Führer wusste wovon er redet. Und das schöne im Vergleich zu anderen Bergwerken oder Höhlen war, dass die Höhle nicht so "modernisiert" wurde, sondern man immer noch dieses leicht dreckige Bergwerk-Gefühl bekommen hat. In anderen Höhlen war vieles einfach zu sehr ausgebaut, sodass viel von der Atmosphäre flöten ging. Aber das war hier nicht der Fall. Man hat nicht viel gesehen, rein distanzmäßig, aber viele Informationen erhalten, die interessant waren.

Danach sind wir spontan zum Werksverkauf von Argenta gefahren. Das hat sich wirklich gelohnt, über die Kurtaxe haben wir noch einen 10% (?) Gutschein bekommen und am Ende für mehrere Kiko Schokolade weniger als 15€ bezahlt. Vieles war wirklich sehr billig, teilweise weniger als 50 Cent für eine Packung Trüffel, da das Haltbarkeitsdatum fast abgelaufen war, aber uns war das egal. Schokolade hält sich auch über das MHD und bei dem Preis lohnt sich das wirklich. In Pirmasens waren wir schon einmal bei einem Werksverkauf bei Wawi und der war super enttäuschend. Wenig Auswahl, sehr hohe Preise, aber bei Argenta gab es viel Auswahl, da sie auch mehr Marken produzieren und wir waren sehr zufrieden! Es gab auch Sachen, die teurer waren und nicht nah am MHD Ende, falls man da lieber auf der sicheren Seite sein will. Auch eine Empfehlung meinerseits, wenn man Schokolade mag.

Alles in allem war der Dienstag ein voller Erfolg!

Fortsetzung folgt...

8. Juli 2015

Harz - Urlaub (Teil 1)

Es folgt der erste Teil (von dreien) eines längeren Berichts über meinen ersten Urlaub seit ich angefangen habe zu studieren und meinen ersten richtigen Urlaub mit meinem Freund, sonst waren wir nur bei unseren Familien und da bleibt das Urlaubsfeeling etwas aus. ;-) Insgesamt war es wirklich sehr schön und erholsam! Der Harz (meine Heimat) ist definitiv einen oder mehrere Urlaube wert.

Ferienwohnung


Wir haben uns eine Ferienwohnung in einem Ferienhaus in Wernigerode. Eigentlich wollte ich in Blankenburg eine Wohnung, weil ich aus der Stadt komme, aber die Auswahl war nicht so groß, außerdem ist Blankenburg im Gegensatz zu Wernigerode quasi tot. Blankenburg ist schön, aber dort ist wirklich nichts los, besonders seit die B6 gebaut wurde. Am Ende waren wir wirklich froh, in Wernigerode zu wohnen, weil man dort einfach mehr erleben kann und es auch mehr Touristen gibt und damit eben auch mehr Leben.

Das Ferienhaus hat eine wirklich gute Lage und einen schönen Garten, allerdings waren wir mit der Wohnung am Ende etwas unzufrieden. Da die Wohnung unter einer Terrasse lag, war sie leider teilweise sehr dunkel und die Einrichtung war schon etwas heruntergekommen, aber an sich in Ordnung. Da es eine mittelpreisige Wohnung war, waren wir zwar etwas enttäuscht, auch wenn man das teilweise auf den Fotos gesehen hat. Aber es gab wenigstens kostenloses WLAN und die Küche war ganz gut ausgestattet, es gab genügend Geschirr und andere Dinge, die in einer Küche nicht fehlen dürfen, da gibt es andere Ferienwohnungen, wo man froh sein kann, überhaupt eine ordentliche Pfanne oder genügend Besteck zu finden.
Unser Problem war neben den dunklen Räumen schlichtweg die Sauberkeit und der Zustand der Wohnung. Die Vorhänge waren dreckig, die Bettwäsche zwar sauber, aber komplett abgenutzt und die Wände waren dreckig, ebenso viele Fenster, und überall hingen Spinnen und Spinnenweben. So etwas geht gar nicht! Staub gab es auch zur Genüge, wenigstens nicht im Bad, aber im Wohn- und Schlafzimmer. Aber wir haben uns dann damit arrangiert, da wir in der Wohnung ohnehin nicht lange waren, sondern viel unterwegs.
Wenn das Wetter besser gewesen wäre, hätten wir vielleicht was vom schönen Garten gehabt. Es hat nicht geregnet, aber es war leider etwas kalt.
Tja, so ist das mit Ferienwohnungen, man weiß nie, ob es ein Top oder Flop wird. Das Ferienhaus, besonders unsere zwei Personen Fewo, war aber trotzdem gut ausgebucht. Es gibt im Haus auch eine 4-Sterne Fewo für den doppelten Mietpreis, hoffentlich sieht die besser aus, ansonsten würde ich mich wirklich ärgern, wenn ich die buchen würde. Sauberkeit gehört einfach dazu! Da würde auch eine super moderne Ausstattung nichts ändern.

Samstag


An unserem Ankunftstag haben wir ziemlich wenig gemacht, außer einkaufen zu fahren. Wir hatten zwar viel mitgenommen, aber nicht alles. Abends haben wir dann eine kleine Wanderung zu unternommen. In unserer Ferienwohnung konnten wir Live-Musik vernehmen und haben uns über den Hinterausgang, der mitten auf einen Waldpfad führt, einen Weg durch den Wald geschlagen und dann nach der Quelle der Musik gesucht. Es war ziemlich leicht an den vielen jungen Leuten, die in eine Richtung gelaufen sind, zu finden. Allerdings nichts für uns. Es war eine Feier der Hochschule Harz, also nicht unsere Altersgruppe. *grins* Die Live-Musik war zwar gut, aber wir haben erst nur einen Pavillon mit elektronischer Musik gefunden und uns unter den ganzen Leuten nicht wohl gefühlt. Aber es war definitiv interessant bei Dämmerung in den Wald zu gehen und keine Ahnung zu haben wohin der Weg führt. Okay, da wir nur eine schwache Taschenlampe dabei hatten, waren wir auch etwas besorgt, aber wir haben es noch bevor die völlige Dunkelheit eingesetzt hat ans Ende des Wanderpfades geschafft.

Sonntag


Schmalspurbahn
Am Sonntag haben wir spontan entschlossen mit der Harzer Schmalspurbahn auf den Brocken zu fahren. Eigentlich kostet das pro Person 37€ für eine Hin- und Rückfahrt, aber wir hatten uns entschlossen für den Urlaub die HarzCard 4-Tage zu kaufen, die 59€ kostet, was auch kein Schnäppchen ist, aber man kann viele Attraktionen im Harz und teilweise um den Harz (in Wolfsburg z.B.) an vier beliebigen Tagen im selben Kalenderjahr nutzen. Auch die Fahrt mit der Schmalspurbahn ist inklusive (allerdings nicht bei der 48h HarzCard) und so hat sich die HarzCard am Ende für uns wirklich rentiert. Wir sind nicht von Attraktion zu Attraktion gerannt, weil wir uns keinen Stress machen wollten, haben aber nie bereut etwas zu besuchen, was am Ende sein Geld nicht wert war und da gab es schon einiges. Am Ende haben wir über 30€ gespart, die HarzCard hat sich also wirklich gelohnt. Und wenn man es drauf anlegt, kann man definitiv noch etwas mehr sparen. Nicht viel, weil man in 4 Tagen einfach nicht SO viel machen kann, aber wenn man besonders sehr teure Eintrittspreise spart lohnt es sich schon.
Die Bahnfahrt war wirklich sehr schön, ich glaube eine Richtung hat von Wernigerode aus knapp zwei Stunden gedauert und wir hatten Glück, dass es am Sonntag ziemlich ruhig war. Wahrscheinlich sind alle an den beiden sehr sonnigen Tagen vorher gefahren, sodass wir eigentlich im Zug kein Gedrängel hatten und uns auch ohne Probleme auf den kleinen Aussichtsplattformen aufhalten konnten. Ich habe keine Fotos gemacht, aber mein Freund ziemlich viele, der hat auch eine deutlich bessere Kamera aus ich. ;-)
Am Sonntag war leicht bewölkt und etwas kühl, aber teilweise kam die Sonne raus und man konnte schon ziemlich gut sehen. Daher haben wir die Fahrt auch spontan gemacht, was eine gute Idee war, weil der nächstbeste Tag unser letzter Tag im Harz war (Freitag und da war es wirklich RICHTIG heiß und das ist dann auf dem Brocken nicht besonders angenehm). So war auf der Windseite zwar wirklich etwas kalt, aber wenn die Sonne rauskam wirklich warm. Mein Freund hat sich auch gleich einen leichten Sonnenbrand geholt. Ich nutze ja immer meine LSF 15 Gesichtscreme und war nicht einmal rot im Gesicht oder an den Armen (in der Sonne habe ich meine Windjacke ausgezogen). Allerdings hat mir meine Mutter bei meinem Besuch auch noch einmal bestätigt, dass sie sich nicht daran erinnern kann, dass ich irgendwann einmal einen Sonnenbrand hatte. Ich übrigens auch nicht und ich benutze nicht immer Sonnencreme, besonders als Kind nicht. Aber ich habe scheinbar gute Gene, obwohl man mich wirklich nicht als dunkelhäutig bezeichnen kann. Meine Mutter hat sehr helle Haut und bekommt sehr schnell einen Sonnenbrand, also müssen es wohl die asiatischen Gene sein. :-D

Brocken
Auf dem Brocken kann man wirklich nicht viel erleben, aus ein paar Bilder zu machen und sich die schöne Aussicht, wenn man denn eine hat, zu genießen. Wenn man zum Brocken wandert nutzt man die Zeit oben zur Erholung, aber wir haben uns aus verschiedenen Gründen dagegen entschieden. Erstens wäre es mit der HarzCard eine Verschwendung gewesen, die lohnt sich wirklich nur, wenn man die Brockenfahrt nutzt, zweitens habe ich keine Wanderschuhe und mein Freund hätte mich so nicht mitgenommen. Ich bin zwar früher immer ohne Wanderschuhe wandern gewesen, aber er hat schon recht, dass Wanderschuhe nützlich sein können. Und zum dritten, wären wir dann die nächsten Tage so erschöpft gewesen, dass wir unseren Urlaub gar nicht hätten genießen können. So hatten wir keine Fußschmerzen und konnten fast alles machen was wir uns vorgenommen haben. Eine Wandertour würde wohl nur auf dem Programm stehen, wenn wir länger als 6 volle Tage im Harz sind.

Weil es in der HarzCard inklusive war haben wir die Tour zur Aussichtsplattform genutzt und das Museum Brockenhaus besucht. Die Aussichtsplattform hätte sonst 2,50€ gekostet und das Brockenhaus (4€, bzw. 3€ ermäßigt). Und ich muss sagen, beides lohnt sich nicht, wenn man dafür extra bezahlt. Die Aussichtsplattform ist ein Witz, man sieht etwas mehr, aber ganz ehrlich, vom Brocken sieht man allgemein gut und die Aussichtsplattform lohnt sich womöglich, bei PERFEKTER Sicht, aber ansonsten haben wir das beide für komplett unnötig gehalten. Das Brockenhaus ist ein popeliges kleines Museum, ganz nett, aber sein Geld auch nicht wert. Ich hätte mich geärgert, wenn ich dafür zusätzlich Geld ausgegeben hätte. So ist man kurz durch und das war es, weil einfach nicht viel Informationen für die Besucher herauszuholen waren. Aber durch die HarzCard haben wir es gemacht und nicht bereut, so wissen wir jedenfalls, dass es sich nicht wirklich lohnt.
Wernigerode vom Brocken
Die Fahrt mit der Schmalspurbahn lohnt sich definitiv, wer nicht so viel Geld ausgeben möchte, kann nur eine Strecke wandern oder die deutlich(!) günstigere Strecke nur bis Schierke kaufen und die knapp 7 km zum Brocken hoch wandern. Denn selbstverständlich kostet nur das letzte Stück zum Brocken so viel, ansonsten sind die Fahrten mit der Harzer Schmalspurbahn definitiv bezahlbar. Aber für mich gehören Schmalspurbahn und Brocken zu einem ersten Harzurlaub einfach dazu (ich war natürlich als Kind mit meinen Eltern und Großeltern viel im Harz unterwegs, aber mein Freund war noch nie dort und daher ging unser erster richtiger Urlaub folgerichtig in den Harz).

Da wir durch einen kleinen Vorfall erst nach 18 Uhr zurück waren (der jemanden aus einer psychiatrischen Einrichtung in Sehnde involvierte, der es alleine geschafft hat aus Sehnde auf den Brocken zu kommen, was eine wirkliche Leistung ist! Er war zwar Freigänger, allerdings ziemlich ausgehungert (wir Fahrgäste im letzten Abteil haben dann unsere letzten Stullen hergegeben, damit ihn die Zugbegleiterin "ruhig" stellen konnte) und auch nicht für den Brocken gekleidet war. Da er sich erst auffällig benommen hat und auch sehr schnell sehr aufgeregt und ausfallend wurde als in der Einrichtung angerufen wurde, weil sich die Zugbegleiterin Sorgen gemacht wurde er dann am Ende in Schierke von der Polizei abgeholt, damit ihn die Einrichtung in Wernigerode abholen kann und er nicht am Ende im Nirgendwo strandet. Vom Brocken bis nach Sehnde ist es eine ordentliche Strecke...), haben wir dann nicht mehr viel gemacht. Außer das Formel1-Rennen in Montreal zu sehen. War jetzt nicht besonders spannend, aber ich mag die Formel1 trotz allem immer noch sehr gerne.

Fortsetzung folgt...