24. Juli 2012

Lucina blickt zurück #5 - Auf die restlichen Neuzugänge vom März und denen vom April

Nachdem ich schon seit Monaten, genauer gesagt seit Mitte März nicht mehr meine Neuzugänge präsentiert habe, möchte ich dies nun nach und nach nachholen. Mal schauen, wie lange es dauert bis ich wieder auf dem aktuellen Stand bin, da ich bis Ende August in der Klausurenphase bin und danach eigentlich Ende September meine Bachelorarbeit abgeben will, wird es wahrscheinlich etwas dauern (außer ich suche etwas zum ablenken *g*), zudem nutze ich meine Zeit lieber zum lesen als zum bloggen, bevor ich wieder lange Zeit gar nichts mehr lese. 
Zur Zeit bin ich ohnehin noch unsicher, ob ich das mit meiner Bachelorarbeit hinbekomme, denn bisher habe ich bis auf's programmieren noch nicht sehr viel getan, meine Betreuerin ist allerdings auch nicht wirklich auskunftsfreudig, was die restliche Arbeit angeht. Bisher weiß ich zumindest bis auf ein paar Stichpunkte noch nicht über was ich genau schreiben soll, ich soll einfach ein paar Papers aus dem Internet heraussuchen und sie sagt mir dann, ob ich die nutzen soll. Naja, kann ja nicht jeder so einen netten und hilfsbereiten Betreuer haben wie meine Freundin, die auch gerade an ihrer Arbeit schreibt. :D

So genug herumgeheult, ich wollte ja eigentlich über meine Neuzugänge reden und zwar den restlichen, die ich im März bekomme habe und bei meinem letzten Post nicht vorgestellt habe (es sind lediglich zwei Bücher, die ich in der zweiten Märzhälfte bekommen habe) und denen vom April. Da ich in der Zeit nicht viel gelesen habe, sind es auch wie man auf dem Foto sehen kann, vergleichsweise wenig Neuzugänge, denn in Leseschwachenphase kaufe ich Gott sei Dank nur sehr wenig Bücher (ansonsten würde mein SuB ja komplett explodieren).
links: schon gelesen; rechts: noch auf dem SuB
Wie man schon der Bildunterschrift entnehmen kann habe ich die Neuzugänge in "bereits gelesen" und "noch auf dem SuB" aufgeteilt. 
Der "noch auf dem SuB"-Stapel ist nicht wirklich ein Stapel, der er nur aus einem Buch besteht, was ich aber auch sehr gut finde, schließlich mochte ich besonders meine Neuzugänge zeitnah weglesen, was ich zumindest in diesen 6 Wochen gut geschafft habe. 
Nicht SuB-relevante Bücher zählen zu "bereits gelesen", da ich sie zu einem früheren Zeitpunkt schon einmal gelesen habe, eine Rezension wird es zu diesen Bücher allerdings nicht geben, ich müsste erst einen ReRead machen, nur fehlt mir leider die Zeit dafür.

14. Juli 2012

Review - Bedding Lord Ned - Sally MacKenzie

Quelle: Goodreads
[Deutscher Titel: - ]

Klappentext:

Determined to find a husband, Miss Eleanor "Ellie" Bowman attends a house party put on by the Duchess of Greycliffe, fondly referred to as the Duchess of Love. But she dislikes all the suitors the matchmaking hostess has invited on her behalf, but tries to find them appealing nonetheless. For it's the duchess' dashing son, Ned, Lord Edward, who long ago captured Ellie's heart—and roused her desire, but for Ned Ellie is just a good and old friend. All it takes is a pair of conveniently misplaced silky red bloomers to set the handsome widower's gaze on this unusual girl who is clearly more than meets the eye.

After four years of mourning, Ned must and wants to find a wife. At first glance, the birthday house party his mother has thrown in his honor is decidedly lacking in suitable mistresses, for there is only one woman the Duchess of Love selected for Ned, but her interest is engaged otherwise. Then he senses something unexpectedly alluring beneath the veil of Ellie's plain exterior—and suddenly she's invading his dreams in a decidedly scandalous manner
.

11. Juli 2012

Review - First Comes Marriage - Mary Balogh

Quelle: Goodreads
[Deutscher Titel: - ]

Prinzipiell war "First Comes Marriage" kein schlechter Roman, die Charaktere waren sympathisch und die Handlung war so wie man es von einem Historical erwartet. Trotz einiger netter Ideen, die den Roman von einem schlechten durchschnittlichen Historical unterscheiden, fand ich die Umsetzung aber leider extrem langweilig. Mich konnte der Roman überhaupt nicht fesseln, sodass ich mich wirklich die 388 Seiten lang gelangweilt habe und am Ende froh war mich endlich dem zweiten Teil der Reihe widmen zu können. Dies lag besonders an dem äußerst flachen Spannungsbogen und der deutlich zu lang gezogen Handlung. In der ersten Hälfte ist so gut wie überhaupt nichts passiert, auch von Romantik war nichts zu spüren, was ich ziemlich schade fand, da die Geschichte so einen Großteil ihr Potentials verschenkt hat. Es gab zwar immer wieder schöne, romantische Szenen, die den Gesamteindruck eines öden Historicals aber nicht sonderlich verbessern konnten, irgendwie fehlte mir einfach das gewisse Etwas an Dramatik und Romantik.

Wie schon oben erwähnt mochte ich die Charaktere. Sie hatten Tiefgang, auch wenn ich mir teilweise gewünscht hätte, dass auf die Vergangenheit der Charaktere etwas genauer eingegangen worden wäre, was aber im Falle von Meg und Con sicherlich in ihrem eigenen Roman der Fall ist. 
Leider fand ich auch Vanessa's Eigenschaft alle glücklich machen zu können etwas übertrieben. Für mich wirkte ihr Lachen und ihre Frohnatur an mehr als nur einer Stelle gekünstelt. Es wird zwar auch klar, dass sie ihre Fröhlichkeit teilweise nur spielt, aber ich habe mir unter ihrem Lachen immer dieses falsche und unschöne Lachen vorgestellt, dass mich niemals hätte anstecken können. Die Geschichte um ihren ersten Ehemann fand ich dagegen sehr schön dargestellt. Genauso hat mich ihr "Ich bin nicht so hübsch wie die Anderen"-Gerede irgendwann etwas genervt, sie war trotzdem sympathisch, weil ich mir ihr Mitfühlen konnte, aber nervig fand ich es dennoch.

Ich werde die nächsten drei Bände aber dennoch lesen, da mich die Huxtables als Familie interessieren. Mich würde besonders Constantines Geschichte reizen, allerdings bin ich mir noch unsicher, ob es ich bis zum fünften und letzten Teil der Reihe schaffe, wenn die anderen Bände auch so öde sind wie der erste. Mal schauen, Band 2 und 3 liegen noch auf meinem SuB und diese werde ich noch lesen und dann entscheiden, ob sich die letzten beiden Bände lohnen.

Fazit:

Eigentlich kein schlechter Historical, nur leider sehr langweilig. Für mich muss man den Roman nicht gelesen haben, aber vielleicht wirkt er am Ende im Zusammenspiel mit den anderen Teilen der Reihe besser.

Bewertung: 5 von 10 Bücherwürmer


Huxtable Quintet: (5 Bände, abgeschlossen)
  1. First Comes Marriage
  2. Then Comes Seduction
  3. At Last Comes Love
  4. Seducing an Angel
  5. A Secret Affair

6. Juli 2012

Review - Sternenschimmer - Kim Winter

Quelle: Goodreads
[Originaltitel: Sternenschimmer]

Was soll ich sagen bzw. womit soll ich anfangen? Zu allererst muss ich sagen, dass ich total enttäuscht von "Sternenschimmer" war. Die Bewertungen im Internet waren alle positiv und da hatte ich einfach erwartet, dass mir die Geschichte auch gefallen würde, aber leider hat der Roman außer einem wunderschönen Cover nicht mehr viel zu bieten (außer viel ungenutztem Potential). Hätte ich mich lieber etwas mehr bei Goodreads umgehört, dann hätte ich mir "Sternenschimmer" vielleicht nicht als Gewinn bei Elenas Gewinnspiel gewünscht. "Sternenschimmer" ist natürlich keine komplette Katastrophe, aber leider auch kein wirklicher Lesegenuss. Ich habe eigentlich so viel zu kritisieren, dass ich gar weiß mit welchem Punkt ich eigentlich genau anfangen will oder sollte.

Eine Warnung an alle "Sternenschimmer"-Fans: Wer nicht gerne Kritik zu diesem Roman lesen möchte sollte auf keinen Fall weiterlesen. Ich versuche zwar nicht zu hart zu sein, aber einige Dinge muss ich einfach ansprechen. Für die die denken ich hätte absichtlich nach Fehlern gesucht und dem Roman gar keine richtige Chance gegeben, gibt es am Ende noch ein paar positive Punkte, die es natürlich auch gab, auch wenn sie für mich neben den Kritikpunkten untergegangen sind, durch die mir "Sternenschimmer" insgesamt einfach nicht gefallen hat.

Das hat schon mit den Namen angefangen. Bert, Frank, Greta (gab's nicht auch eine Gudrun?) oder Nachnamen wie Wiedemann!? Ganz ehrlich, was sind das für Namen? Ich weiß, jeder sieht andere Namen als modern oder passend an, Schönheit liegt im Auge des Lesers, aber die Namen waren auch innerhalb der Geschichte total unlogisch. Sie sind erst einmal teilweise so altmodisch, dass ich sie einfach nur lächerlich fand, wie kam die Autorin auf die Idee ihren Charakteren teilweise so blöde Namen zu geben, als Abgrenzung zu den Loduunern, die echt gute Namen bekommen haben? Selbst wenn man meinen persönlichen Namensgeschmack außer Acht lässt ergeben die Namen doch so überhaupt keinen Sinn. Die Erde ist zusammengewachsen und hat eine einzige Nation, die "Vereinigte Nation Erde" gebildet, wegen dem reduzierten Lebensraum auf Grund einer Naturkatastrophe, und als Folge dessen haben sich beim Großteil der Irden schon heute altmodischen deutschen Namen durchgesetzt!? Ganz sicher nicht, selbst wenn die Stadt in der Mia lebt zufälligerweise auf dem ehemaligen Gebiet Deutschlands liegen würde (was nicht sicher ist), kämen dennoch Menschen verschiedener Nationen und Länder zusammen und die Wahrscheinlichkeit das sich gerade eher unübliche und nicht wirklich schöne deutsche Namen durchgesetzt haben halte ich für sehr gering oder für ausgeschlossen. Selbst in unserer Zeit sind in der Bevölkerungen Namen ziemlich durchmischt vorhanden, in der Zukunft aus "Sternenschimmer" müsste das noch extremer sein und es wäre einfach logischer, wenn Menschen Vor- und Nachnamen aus verschiedenen Bereichen der Erde tragen würden. 
Vielleicht bin ich etwas pingelig, aber passende und gute Namen sind für mich einfach wichtig. Ich glaube z.B. nicht, dass Edward Cullen so viele Vereherinnen hätte, wenn er "Hans-Eberhard-Gottlieb Schmitz" heißen würde und seine Isabella "Bella" Swan eine "Brunhilde "Hilde" Spatz" wäre. ;-)

Was mich außerdem gestört hat war für mich allgemein die Welt die Kim Winter geschaffen hat. Sie wirkte einfach gar nicht futuristisch, mir kam es manchmal vor als wäre der Roman gar nicht als SciFi-Roman angelegt gewesen, so selten kam das Gefühl auf wirklich in einer futuristischen Welt gelandet zu sein. Ich meine ganz ehrlich, fliegende Autos und eine Verpackung in dem Eis nicht schmilzt? Wow, das ist ja so unglaublich modern und so futuristisch, so etwas kann es wirklich nur im Jahre 2200 (oder wann auch immer der Roman spielt) geben. Ganz ehrlich, für mich war das eher eine ziemlich altmodische (hey, das passt zu den Namen) Version eines Science-Fiction-Romans. Und auch andere Erfindungen, wie z.B. das iCommplete (eigentlich ein Smartphone) oder die Voicetrodes (auch einfach Kopfhörer genannt) sprühen jetzt nicht wirklich vor Einfaltsreichtum (im zweiten Band wird das noch schlimmer, da gibt es sogar noch iPads und simple e-Books... Soll die Reihe vielleicht eine Parodie auf SciFi-Romane sein und ich habe das nicht mitbekommen!?). 
Besonders stört mich dabei das "iCommplete". Das i als Präposition sozusagen wurde von der Firma Apple geprägt, ich halte es für sehr unwahrscheinlich, dass solche Modebegriffe in der Zukunft noch Bestand haben, besonders wenn man bedenkt, dass kaum noch jemand weiß, wie Geräte vor 100 Jahren hießen und auch nur noch wenige Firmen aus der Zeit existieren. Und wie soll man das Aussprechen. Kommt das von Communication und einem weiteren Wort und wurde einfach nur "complete" falsch geschrieben? Oder wird das wie die Namen vermuten lassen deutsch ausgesprochen?
Ich weiß nicht, bei mir kam nicht wirklich das Gefühl an wirklich einen Roman zu lesen, dessen Handlung in der Zukunft spielt. Was meine Meinung, dass es der Autorin einfach ein Kreativität fehlt eine außergewöhnliche Welt mit besonderer Bezeichnungen und Namen zu schaffen noch unterstützt hat war die Tatsache, dass sie immer wieder Referenzen zu unserer Welt eingebaut hat. Das mag auf dem ersten Blick einfach als Rückblick auf die "Vergangenheit" zu sehen sein, für mich wirkte es aber eher so als ob die Autorin nicht die Ideen hatte etwas eigenes zu erschaffen. Da nutzt man einfach die Techniken unserer Zeit und lässt die Figuren so etwas Neues entdecken, nur das dabei der Leser auf der Strecke bleibt. 
In einem SciFi-Roman will ich von Ideen einfach nur überrascht werden und mit dem Gefühl zurück gelassen werden etwas erlebt zu haben, was heutzutage vollkommen unmöglich ist. Die Ideen sollen die Grenzen das für mich Vorstellbaren überschreiten, aber das ist natürlich nur meine eigene persönliche Erwartungshaltung. Für mich hätte der Roman lieber eine erweitere Version der heutigen Zeit sein sollen, das hätte mir dann insgesamt besser gefallen und hätte sogar fast schon besser gepasst.

So, damit habe ich die Hälfte meiner vier großen Kritikstichpunkte abgearbeitet. Ich weiß, die Rezension wird lang, leider.

Weitergeht es mit der sprachlichen Umsetzung der Geschichte mit der ich komplett unzufrieden war. Ich weiß nicht, ob das Lektorat nicht aufgepasst hat oder ob niemand Kim Winter gesagt hat, dass ihre Capslock- und Ausrufezeichen-Taste irgendwie einen Fehler hat. Vielleicht hätte man ihr sagen sollen, dass es in einem professionellen Roman einfach nicht geht die Capslock-Taste zu missbrauchen oder das Satzzeichen keine Rudeltiere sind! Anders kann ich mir nicht vorstellen, wieso sie anstatt so schöne Verben wie "schreien", "rufen" oder "brüllen" zu nutzen lieber "HOOOOOOOOOOOOPE!!!!!" geschrieben hat. Erwähntes Meisterwerk ist auf den Seiten 54 bis 56 von "Sternenschimmer" zu finden, zusammen mit vielen anderen ähnlichen Ausrufen. Ich konnte beim lesen nur noch den Kopfschütteln, aber so etwas gehört für mich in keinen ordentlichen und ernst gemeinten Roman. Was bei direkten Ausrufen vielleicht noch gerade so mit viel viel Augen zudrücken akzeptabel ist, war dann einige Seiten weiter (S. 66) nur noch lächerlich. "...und dann TURTELTE ER AUCH NOCH MIT MEINER ERZFEINDIN HERUM!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!" (die Anzahl der Ausrufezeichen muss nicht 100% stimmen, ich hab meine gezählte Zahl nicht noch einmal nachgeprüft.)
Oh ja, super Stil, den suche in einem Roman...nicht, so etwas ist selbst in allen anderen Texten und im Internet für mich schlechter Stil. Ganz ehrlich, denkt die Autorin wirklich, ihre Leser sind so dumm, dass sie die Aussage des Halbsatzes (davor fehlt noch ein Teil) ohne Großbuchstaben und über 30 Ausrufezeichen nicht verstehen würden? Ich kann nur für mich reden, aber die Aussage wäre auch so klar geworden!
Jetzt könnte man denken, der Roman wäre komplett im Stile eines Tagebuchs eines 13-jährigen Mädchens geschrieben, so ist es aber leider nicht. Mehr als einmal hatte ich zwar das Gefühl ich hätte hier eben so ein Tagebuch vorliegen mit eben dazugehörige heute modernem Jugendslang (der sich, wie das natürlich ganz normal ist, über Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte unverändert gehalten hat *Achtung: Ironie!*), auf der anderen Seite wurden dann aber wieder Wörter/Sätze genutzt, die meiner Meinung nach kein Teenager in den Mund nehmen würde. Der ganze Schreibstil wirkt inkonsistent, auf der einen Seite wirkt Mia so kindisch und naiv wie ein kleines Mädchen und auf keinen Fall so alt wie ihre 17 Lebensjahre vermuten lassen, auf der anderen redet und denkt sie aber wie eine ernste, erwachsene und weise Frau. Das passt alles vorne und hinten nicht, außer sie rennt die ganze Zeit mit einem Thesaurus herum und sucht bevor sie redet nach schönen Synonymen für die Wörter, die sie eigentlich verwenden wollte. Und da wären wir dann schon bei meinem letzten Kritikpunkte: Mia!

Mia war für mich eine unpassende Heldin, die mir zu keinem Zeitpunkt sympathisch war. Da meine Rezension jetzt schon so lang ist will ich eigentlich nur kurz auf sie eingehen und dabei versuchen mich nicht in rage zu schreiben, aber ich glaube, das werde ich nicht schaffen. 
Ich fand Mia ziemlich dümmlich, dauernd wird erwähnt, was sie nicht kann, sodass ich mich teilweise fragte, ob sie denn überhaupt irgendwas kann. Intelligenz gehört zumindest nicht zu ihren Stärken, wenn man sich ihre Handlungen und Gedankengänge ansieht wirkt sie ziemlich einfältig und halt leider etwas dumm. Ich meine, wenn jemand einem sagt (und diesen jemand mag man sehr gerne), dass jeder seines Volkes einen Sinn im Leben hat, einen Sinn der bei der Geburt festgelegt und für dessen Erfüllung man lebt, was ist dann die erste Frage? Nein, nicht "Was ist denn dein Sinn?", bei Mia läuft das anders. "Was ist der Sinn deiner Schwester? Von Tony? Von Finn? Von deiner Mutter? Von deiner Cousine 2. Grades? ... blablabla Und von der Freundin der Schwester deines Urgroßvaters väterlicherseits dessen Mutters Patenkind? Hmm...von wem will ich denn den Sinn noch wissen. *überleg* Ach, stimmt, was ist denn dein Sinn?". Okay, das habe ich jetzt etwas übertrieben dargestellt, aber sie fragt wirklich als letztes nach seinem Sinn, was dramaturgisch natürlich besser ist, aber für mich nicht logisch. Sein Sinn stellt sich übrigens am Ende als ziemlich vorhersehbar heraus, leider.
Ich fand es zudem einfach nur ätzend, wie Mia immer dachte, dass ihre Meinung die einzig richtige wäre und das es ihre Aufgabe wäre die herzensgute Missionarin zu spielen, die anderen auf ihre Fehler und falschen Denkweisen hinweist und von diesen fortführt. Für mich war ihre Denkweise einfach nur ein arrogantes Verhalten, Mia kam ja nicht einmal auf die Idee anderen ihre Meinung zu lassen, denn ihre Meinung wäre natürlich die richtigeren und besseren. Wieso kann sie nicht einfach die Sitten und Weltanschauungen anderer akzeptieren und es dabei belassen ihre andere Meinung kundzutun? Das wäre nicht ganz so schlimm, wenn ich dabei nicht häufiger gedacht hätte, dass genau Mia's Meinung für mich die "falschere" wäre. Ganz ehrlich, fände es nicht jeder schöner einen Sinn im Leben zu haben und wenn dieser erfüllt ist zu sterben, als vielleicht länger zu leben, aber am Ende nicht zu wissen, was man im Leben erreicht hat, was für einen Sinn das eigene Leben hatte? Mia denkt gar nicht so weit, sie hört das Wort "Tod" oder "sterben" und schon hat sich ihre Meinung verfestigt, ohne das sie sich logisch und neutral damit auseinander gesetzt. Aber Mia ist nun einmal eine Person, die fast vollständig nur aus reinem Aktionismus heraus handelt, das kann man mögen, fand ich aber nur nervig.
Hinzukam, dass Mia für mich einfach nicht echt und realistisch wirkte, sie wirkte wie ihre Ausdrucksweise inkonsistent.
Auf der einen Seite setzt sie sich gegen Tierversuche ein und nutzt an Stelle der Laserschminke traditionelle Schminke, die, wenn das die heutige Schminke sein soll, natürlich komplett ohne Tierversuche hergestellt wird. Klar, woher weiß sie das? Auch normale Schminke wird teilweise in der Forschung an Tieren getestet und seien es nur die Vorprodukte für die Schminke und nicht das Endprodukt an sich. Aber okay, vielleicht ist das wirklich komplett Tierversuchs-freie Schminke, deren Entwicklung an keinem Punkt und in keinem Aspekt jemals auf Tierversuche zurückgegriffen hat (was fast unmöglich ist). Also zurück zu ihrer Moralvorstellung. Tierversuche sind ihrer Meinung nach (und das ist auch vollkommen in Ordnung) zu verurteilen und sogar noch mehr, sie müssen sogar aktiv verhindert werden. So gut so schön, was habe ich also für ein Problem mit Mia, es ist doch schön, wenn sie so ein tierliebes Herz hat. Nur leider ist Mia nicht so tierlieb wie sie allen glauben machen möchte (wobei sie möchte es ihnen nicht glauben machen, so ist es nicht wirklich, die Autorin möchte uns zeigen wie toll und verantwortungsbewusst Mia ist), denn auf ihre Wurst würde sie aus Tierliebe nicht verzichten. Es ist natürlich auch moralisch schlimmer, wenn Versuche an Tieren verübt werden, für so etwas verzichtbares wie Laserschminke, wo es doch die normale Schminke gibt, als wenn Tiere für ihre Wurst sterben? Natürlich, ist doch ganz klar. Laserschminke ist verzichtbar, gibt ja eine Alternative, aber ohne Fleisch kann Mia konsequenterweise nicht leben. Logisch, oder? Ich meine, es geht hier schließlich um die Wurst und da ist es verständlich, dass man bzw. Mia darauf nicht verzichten muss und sollte. So etwas kann man auch auf keinen Fall verlangen! Das ist so ein Punkt indem für Mia auf mich einfach nur falsch und unehrlich wirkt. So wie Iason am Anfang über sie gedacht hat trifft es für mich ziemlich gut. Ich hatte nie das Gefühl, dass wie wirklich mit vollstem Herzen hinter den Dingen steht, für mich macht sie es nicht aus Überzeugung, sondern weil sie der Meinung ist sie müsste es tun, weil es das für sie richtige ist. Weil sie sich selbst als besserer Mensch sieht. 

Das mag jetzt sehr hart klingen, denn Mia ist jetzt auch keine komplett bescheuerte Heldin, ich konnte mit ihr leben, aber ich hätte mir so gerne eine etwas andere Heldin gewünscht, die Geschichte hätte mir dann trotz der oben genannten Schwächen viel besser gefallen. Iason wieso war es dir nicht vergönnt eine bessere Heldin abzubekommen, selbst eine Bella Swan oder eine beliebige andere Mary Sue hätte mir an deiner Seite besser gefallen!

Die Nebencharaktere waren auch ziemlich extrem und schwarz-weiß gezeichnet, waren mir aber wenigstens nicht so unsympathisch wie Mia. Wobei hätten die mich die 600 Seiten des Romans begleitet, wären sie mir wahrscheinlich auch so wenig ans Herz gewachsen wie Mia. Allein die Loduuner konnten in mir wirklich Sympathien wecken.

Zur Handlung will ich dann auch gar nicht viel sagen. Ich fand sie nicht schlecht, aber sie ist vollkommen überlagert von unterschiedlichsten Thematiken. Tierversuche, Rassismus, Gewalt, Umweltschutz, Vegetarismus, Politik, Völkerverständigung, Folter, Mord, Asyl, ach, einfach fast alles was man sich denken kann wird hier verwurstet (ist das als Hinweis auf Mias Fleischliebe zu verstehen? *g*). Das war alles einfach eine Spur (was noch untertrieben ist!) zu viel des Guten und von "Gut" gibt es in diesem Roman sehr viel (und im nächsten Band wird es noch besser, da versucht Kim Winter was ich auch prinzipiell gut finde, beide Seiten der Medaille zu beleuchten, was dann dazuführt das eigentlich niemand mehr Böse ist, weil man je jede Seite verständlich und nachvollziehbar ist...). Ich mag es sehr gerne, wenn die Welt nicht nur schwarz-weiß ist, aber das ganze sollte dann nicht zu hellgrau werden. ;-)

So zum Schluss noch ein paar positive Aspekte von "Sternenschimmer", abgesehen vom Cover, das wie oben erwähnt einfach wunderbar aussieht.
Ich muss sagen, dass ich die Idee hinter den Loduunern und allgemein hinter der Geschichte eigentlich sehr gut fand, aus der Grundidee hätte man wirklich viel machen können. Die Sache mit dem Sinn des Lebens, dem loduunischen Kuss, dieser emotionalen Verbindung zwischen zwei Menschen, und den loduunischen Clans. Leider wurde das Potential der Geschichte für mich gar nicht genutzt, die oben genannten Kritikpunkte haben mein Lesevergnügen zu sehr gestört. Es ist wirklich sehr schade, dass die Umsetzung für mich so viele Schwächen aufweist, denn während des Lesens habe ich mir immer wieder gedacht: "Mensch, wäre doch dies und das anders, dann hätte die Geschichte richtig toll sein können!
Die Handlung war zwar nicht super originell, aber interessant, deshalb konnte mich der Roman auch teilweise wirklich fesseln, obwohl ich die Umsetzung der Geschichte total schrecklich fand. Ich musste zwar dafür mein Gehirn ausstellen, um die Handlung nicht dauernd zu hinterfragen und zu kritisieren, aber dann las sich die Geschichte sehr gut.
Außerdem mochte ich die Loduuner insgesamt sehr gerne, besonders die Kleinen, sind einfach so süß. Tony ist einfach total niedlich und Hope ebenfalls, normalerweise mag ich keine Kinder in Romanen, aber hier waren die Kleinen fast die sympathischsten Charaktere. Finn fand ich auch ziemlich cool, obwohl man wenig von ihm erfahren hat, aber dafür gibt es ja vielleicht noch die beiden Fortsetzungen. Selbst Iason war im Vergleich zu Mia ein toller Charakter, er war zwar etwas zu aufbrausend, aber er war für mich dennoch ein guter Held für einen Liebesroman.
 Im Gegensatz zu vielen anderen negativen Kritiken fand ich die Geschichte auch gar nicht so kitschig. Die Geschichte ist natürlich sehr romantisch, was man auch erwarten konnte, aber es war selten so kitschig, dass man sich am liebsten fremdgeschämt hätte. Natürlich muss ich dazu sagen, dass ich allgemein fast nur Liebesromane lese und daher dort auch eine große "Hemmschwelle" habe und es sehr lange dauert bis ich etwas zu schmalzig finde, weshalb es für mich keine richtig kitschig-klebrigen Szenen gab. Jeder muss für sich selber entscheiden, ob man Romane, die sich auf die Liebesgeschichte fokussieren mag oder nicht.

Fazit:

Meiner Meinung nach hat der Roman die Lobeshymnen die auf ihn gesungen werden nicht wirklich verdient. Die Geschichte ist vielleicht gut, wenn man sich keine Gedanken über die Handlung macht (was nicht negativ gemeint ist, manchmal möchte man einfach nur eine Geschichte lesen und nicht weiter darüber nachdenken, so geht es mir auch manchmal) und sich einfach nur berieseln lässt, fängt man aber erst einmal an Dinge kritisch zu hinterfragen kann man doch eigentlich gar nicht mehr anders als an allen Enden und Ecken etwas zum kritisieren zu finden. Und das nicht, weil ich Fehler gesucht habe, sondern weil diese mich einfach gefunden haben. Jeder sollte selber entscheiden, ob er "Sternenschimmer" lesen möchte, man sollte aber wegen der vielen positiven Bewertungen keine zu hohen Erwartungen haben, es kann gut sein, dass einem die Geschichte wie mir nicht so wirklich gefällt.

 

Bewertung: 2 von 10 Bücherwürmern


Reihe: (3 Bände, wird fortgesetzt)
  1. Sternenschimmer
  2. Sternensturm
  3. ? (2013)

2. Juli 2012

Review - Guilty Pleasures - Laura Lee Guhrke

Quelle: Goodreads
[Deutscher Titel: - ]

Nach "And Then He Kissed Her" hatte ich große Erwartungen an "Guilty Pleasures", leider wurden diese nicht ganz erfüllt. Der Roman ist keinesfalls schlecht und deutlich besser als ein durchschnittlicher Historial, aber leider nicht so gut wie "And Then He Kissed Her", was mich allerdings auch nicht groß überrascht hat, denn "And Then He Kissed Her" war einfach perfekt und hat somit eine kaum zu überwindende Messlatte aufgestellt.

Um was geht es in "Guilty Pleasures" eigentlich, entgegen dem Titel weniger um Erotik und Leidenschaft als man erwarten könnte. Die Geschichte handelt von der Restauratorin antiker Artefakte Daphne Wade, die seit fünf Monaten in ihren Arbeitgeber Anthony, Duke of Tremore verliebt ist, also seit dem ersten Treffen. Dieser hat die unscheinbare Daphne allerdings noch nicht wirklich als Frau wahrgenommen, was er in einem Gespräch mit seiner Schwester Viola unverhohlen zum Ausdruck bringt, was Daphne, wie sollte es auch anders sein natürlich mithört und daraufhin ihren Job bei ihm kündigen will, mehr aus gebrochenen Stolz als wegen einem gebrochenem Herzen aufgrund ihrer unerwiderten Liebe. Da Daphne aber eine der besten Restauratorinnen ist und Tremore in wenigen Monaten ein Museum eröffnen möchte, will er Daphne nicht gehen lassen und verhandelt im weiteren Verlauf der Geschichte immer mehr Zeit mit Daphne aus in der sie bei ihm bleibt, ein Duke lässt ein "Nein" schließlich nicht auf sich sitzen. Man kann sich vorstellen wie es weitergeht, er versucht sie zum bleiben zu verführen (und das nicht speziell im eigentlichen Sinne von "ins Bett bekommen") und lernen sich so immer mehr kennen. 

Die Geschichte ist von der Idee her nicht sonderlich außergewöhnlich, aber die Rahmenbedingungen waren recht außergewöhnlich. Daphne ist zum ersten Mal in ihrem Leben in England, ist Restauratorin und ist auf sich allein gestellt, da ihre Eltern verstorben sind und ihr Großvater sie nicht anerkennt. Anthony hat eine Ausgrabungsstätte auf seinem Landsitz und möchte in London ein Museum eröffnen, das für jeden zugänglich ist, weshalb es im Gegensatz zu vielen anderen Historicals wenig Interaktionen mit dem ton gibt. Leider war die Geschichte insgesamt etwas zu langatmig, sie konnte mich zwar fesseln, aber ihr fehlte es etwas an Spannung.
Wirklich gestört hat mich aber eher, dass ich bis zum Schluss einfach nicht nachvollziehbar glauben konnte, dass Anthony Daphne wirklich liebt. Wäre es nicht ohnehin klar gewesen, dass am Ende eines Liebeserklärungen folgt wäre diese für mich recht überraschend gekommen, da ich die meiste Zeit das Gefühl hatte, dass er sie begehrt und aus Pflichtgefühl heiraten möchte, aber nicht weil er tiefere Gefühle für sie hegt. Bis zum Ende war mir die Handlung einfach zu wenig romantisch oder dramatisch als das dort irgendwelche größeren romantischen Gefühle bei mir angekommen wären, selbst auf Daphnes Seite hätte ich mir manchmal etwas mehr gewünscht. Nichtsdestotrotz war das Ende einfach total süß, niedlich und sehr passend, für mich hätte nur noch ein schöner Epilog gefehlt um die Geschichte perfekt abzuschließen.

Daphne war mir sehr sympathisch, sie war ganz anders als die normalen Heldinnen in Historicals, ebenso wie die Heldin aus "And Then He Kissed Her". Da sie außerhalb von England aufgewachsen ist weiß sie vieles nicht was normale Frauen in ihrem Alter schon längst gelernt haben, z.B. tanzen, weshalb sie sich mehr als einmal unorthodox verhält, allerdings nicht so extrem, dass es unrealistisch gewesen wäre, da sich Daphne durch verschiedene Bücher über Etikette einiges an Wissen angeeignet hat.

Ich muss sagen, dass mich besonders Violas Geschichte sehr interessiert hat. Nachdem ich jedoch einige Rezensionen gelesen habe war ich reichlich enttäuscht, ich kann mir kaum vorstellen, dass mir "The Marriage Bed" gefallen könnte, was ich sehr schade finde, denn die Geschichte hätte so viel Potential gehabt. Hat jemand zufällig den dritten Band der Reihe gelesen und weiß, ob sich der Roman wirklich nicht lohnt?

Merkwürdig fand ich auch, dass die Geschichte sprachlich an einigen Stellen unausgereift wirkte bzw. ein Lektorat nicht genau genug stattgefunden hätte. Da ist auf der einen Seite von "einigen Tagen" die Rede und auf der anderen Seite von "gestern". Was denn nun? War es nun gestern oder vor einigen Tagen? Oder als Anthony mit seiner Schwester spricht redet er sie im gleichen Satz mit "You" und "Her" an. Normalerweise fällt mir das bei englischen Büchern nicht auf, aber hier war es am Anfang schon recht deutlich.

Fazit:

Nett zu lesen, aber nichts besonders, dennoch ein schöner Historical, der mich trotz der teilweise etwas langatmigen Geschichte fesseln konnte, dem es aber in manchen Abschnitten an Romantik und Dramatik fehlt. 

 

Bewertung: 9 von 10 Bücherwürmer


Reihe: (4 Bände, abgeschlossen)
  1. Guilty Pleasures
  2. His Every Kiss
  3. The Marriage Bed
  4. She's No Princess